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REAMONN
 
REAMONN

Werfen wir doch mal einen Blick in die Ahnengalerie der wirklich großen Bands in der Geschichte des Rock‟n‟Roll: Keine von denen mit einer wirklichen, lang anhaltenden Karriere hat sich je mit dem Erreichten zufrieden gegeben. Alle kommen sie an einen Punkt, an dem es nicht weiterzugehen scheint, an dem alle Rekorde gebrochen sind. Doch nur die Mittelmäßigen ruhen sich auf dem Erreichten aus und switchen um auf Autopilot. Die wirklich großen Bands aber hören einfach nicht auf, immer weiter nach oben zu wollen. Reamonn gehören zu diesen Bands und sind – mal wieder – bereit über sich hinauszuwachsen.

Schlicht „Reamonn" ist das fünfte Album der Band betitelt und zeigt eine Band auf dem Höhepunkt ihres kreativen Outputs. Es ist das Statement einer Band, die in der obersten Liga spielt. Und das nicht aufgrund ein paar Millionen verkaufter Tonträger, sondern auch wegen einiger denkwürdiger Auftritte, die Geschichte gemacht haben.

„Reamonn", das Album, folgt einem Konzert zu Ehren der derzeit wohl prominentesten Persönlichkeit der Welt: als US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama seine Rede vor Hunderttausenden Menschen am Berliner Friedensengel hielt, waren es Reamonn die sich der „neue Kennedy" als musikalische Gäste auswählte.

Dass die Veröffentlichung des neuen Albums und das 10jährige Bandjubiläum der Multi-Platin-Künstler zeitlich aufeinander treffen, ist nur eine weitere zufällige Koinzidenz. Doch die Party muss warten. Erst wird der Welt auf ein Neues gezeigt, warum man in der Champions League des Rock spielt. Und wie dieses Niveau auch noch steigerbar ist. Kurz: dies ist DAS Album in der Karriere von Reamonn. "Viele Bands stehen in ihrer Karriere an einem Punkt, an dem sie die Füße hochlegen und nicht weiterkommen. Wir kennen diese Versuchung, geben uns ihr aber nie hin", so der in Irland geborene Frontmann Rea Garvey. „Während der Arbeit an diesem Album war viel von diesem ‚jetzt oder nie„-Vibe zu spüren. Ich wollte unbedingt auf ein neues Level vordringen. Und das, obwohl wir nach der Meinung vieler Leute ohnehin schon ziemlich weit oben spielen. Ich meine, unsere letzte Europatournee fand vor ausverkauften Arenen statt! Aber das war Europa – jetzt wollen wir die ganze Welt!"

Zum ersten mal in ihrer Karriere hat die Band mit drei verschiedenen Produzenten gearbeitet, in Berlin, Los Angeles und im kanadischen Vancouver. Ein kreativer Input, den Reamonn in dieser Bandbreite noch nie zugelassen haben. "Normalerweise sind wir eine geschlossene Gesellschaft", so Garvey. „Kein Reinkommen für Fremde. Diesmal war das anders, wir haben Leute im besten Sinne ‚hinein„ gelassen. Und das, obwohl wir es eigentlich so machen wollten wie immer. Aber dann kam die Frage: ‚Warum dagegen wehren? Wovor haben wir Angst?„"

"Der Schaffensprozess von Musik hat viel mit solchen Befürchtungen zu tun. Man hält seine Musik für so wertvoll, dass man sie niemand anderem öffnen will. Dabei wird sie umso wertvoller, je mehr Leute sich einbringen!"

"Reamonn" ist nicht einfach nur ein neues Kapitel eines Gesamtwerks, das im Jahr 2000 mit dem Debüt „Tuesday" begann. Es ist das selbstbestimmte Ziel, sich selbst immer wieder zu übertreffen. In Garvey‟s Worten: „Jedes unserer Alben war auf seine Art das erste. Alle in der Band kämpfen für das gleiche Ziel".

Die ersten Aufnahmesessions für dieses Ziel begannen in Freiburg, wurden fortgeführt in Berlin und funktionierten in alter Band-Tradition international. So produzierte die ersten Songs ein weltbekannter Kolumbianer mit Wohnsitz Miami: Julio Reyes Copelle, Grammy-Preisträger und klassischer Pianist, berühmt für seine Arbeit mit Jennifer Lopez, Ricky Martin, Chayanne, Paulina Rubio und eine Unzahl von Filmsoundtracks. Er machte sich extra auf den Weg nach Berlin, um der Musik von Reamonn im Trixx-Studio zu einer neuen Klangdimension zu verhelfen. Auf ihn folgte das deutschstämmige Produzentenduo Christian und Frank Berman, die seit Mitte der 90er in den USA und Deutschland rund 80 Platinauszeichnungen abgeräumt haben – unter anderem für Hanson, Sophie B. Hawkins und die Entwicklung und Produktion des erfolgreichen Kuba-Samplers „Rhythms del Mundo". Garvey ist bis heute begeistert von der zweimonatigen Zusammenarbeit mit den Brüdern.

Danach ging es nach Vancouver und unter die Fittiche des mega-renommierten kanadischen Rockproduzenten Brian Howes. Dessen Referenzliste und Arbeit u.a. mit Chris Cornell sowie den Bands Daughtry und Hinder hatte Garvey schwer beeindruckt: „Wir bearbeiteten alle und jeden, um ihn ins Boot zu kriegen.Der Typ ist einer der gefragtesten Producer in ganz Nordamerika und hat dort zwei der erfolgreichsten Acts des vergangenen Jahres produziert. Brian ist eine Legende und er liebt Musik! Gemeinsam mit ihm haben wir jeden Tag, jede Stunde und jede Minute im Studio daran gearbeitet, unsere Musik besser zu machen als je zuvor". „Jeder Schritt vorwärts bedeutete auch einen zurück, wenn wir durch die Arbeit mit einem neuen Produzenten und einem neuen Mix wieder etwas verbessert hatten. Was hieß, dass wir meistens alle Parts nochmal einspielen mussten! Aber wenn man beschließt, ein Album nach dem Namen der Band zu benennen, dann bedeutet dies doch, dass es dafür steht, wer die Band ist, wie sie klingt und wofür sie steht. Das Album sollte also verd… nochmal besser als einfach nur GUT sein!"

Zehn ebenso anstrengende wie reiche Jahre und eine ganze Menge Flugmeilen liegen hinter dieser Band, die sich einst im süddeutschen Raum gegründet hat. Damals tat sich Garvey mit Drummer Mike ‚Gomezz„ Gommeringer zusammen. Rea, der bis dahin mit der Band „Reckless Pedestrians" durch die Lande gezogen war, hatte eine Such-Anzeige im lokalen Blatt platziert. Lead Gitarrist Uwe Bossert und Multi-Instrumentalist Sebi Padotzke kannten sich, Bassist Philipp Rauenbusch stieß ebenfalls über Bossert dazu – fertig war eine Band, die bald auch musikalisch dieselbe Sprache sprechen würde.

1999 standen Reamonn bei einem Showcase in Hamburg erstmals im Rampenlicht. Ein Showcase, vollgepackt mit dem Who is Who der Musikindustrie. Wenig später war mit „Supergirl" der erste Top Ten Hit in den Charts. 2000 wurde das Debütalbum „Tuesday" mit Gold ausgezeichnet und die Band begann sich eine Reputation als herausragende Liveband zu erarbeiten. Auch das 2001 erschienene Folgealbum „Dream No. 7" räumte in den Charts ab, doch mit dem 2003

erschienenen "Beautiful Sky" nahm die Erfolgskurve die entscheidende Wendung: Doppelplatin, drei Single-Hits ("Star, "Alright" sowie der Titelsong) und europaweite Abverkäufe und ausverkaufte Shows von Istanbul über Israel bis Irland. Gefolgt vom Livealbum "Raise Your Hands" im Jahr 2004 brachte "Wish", das 2006 erschienene Top 10 Album erstmals einen Produzenten von außerhalb ins Spiel. Greg Fidelmann (Red Hot Chili Peppers, Johnny Cash) arbeitete in Los Angeles an den Reglern und öffnete die Tür zu einer Welt, in der die Band mit Erscheinen von „Reamonn" erst gänzlich angekommen scheint.