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SILBERMOND

Albuminformation 2009
» Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas, das bleibt. «

Irgendwas bleibt

Es geht um Mut. Das vermutet man zunächst nicht unbedingt, wenn man die 4 Musiker sieht, bei denen so viel zusammen gepasst hat: Jugend in der Kleinstadt Bautzen, 1998 ein Bandwettbewerb bei dem sich die Richtigen finden, unheimlich viele Konzerte, einige Nachwuchspreise und schließlich als Lohn des Fleißes der erste Plattenvertrag. Das Debutalbum "Verschwende deine Zeit" erscheint 2004. Stefanie Kloß, Johannes und Thomas Stolle und Andreas Nowak sind nicht mal 20, ziemlich überwältigt und lernen jede Menge über den Musikzirkus und sich selbst. Mit der 3. Single "Symphonie" wird einem größeren Publikum, aber auch den Kritikern, das gewaltige Talent von Silbermond klar. Die jungen Musiker selbst erleben den größten Moment der Verzückung im Angesicht der ersten eigenen Tour im Nightliner.

» Ich nehme keinen Schritt zurück. Denn ich bereue nichts. «

Ich bereue nichts

Auf "Laut gedacht", das 2006 veröffentlicht wird, wollen die Vollblutmusiker ihre Erfahrungen nutzen und schreiben mit Feuereifer Songs, die richtig rocken sollen. Sie wollen beweisen, dass sie keine Eintagsfliegen sind und schaffen es tatsächlich, unter anderem mit "Das Beste", nicht nur ehrlich zu bleiben - sondern ganz nebenbei eine zeitlose Hymne zu komponieren. Wenn so etwas gelingt, ist die Tatsache, dass Album und Single von 0 auf 1 in die Charts stürmen und in den folgenden Jahren der Weg von Silbermond mit Preisen zuhauf gepflastert werden wird, wunderbar - aber kein Grund abzuheben. Auch nicht, als im Dezember des gleichen Jahres Tausende von Fans nach Oberhausen kommen um mit Silbermond die bereits zweite Live-DVD aufzunehmen, die 2007 als Konsequenz des überwältigenden Live-Erfolgs der Rockband erscheint.

» Und alles bis hierher zählt ab heut nicht mehr. «

Alles Gute

Es dauert eine Weile diese Tour de Force in Sachen Traum-Erfüllung zu verarbeiten. Zum ersten Mal gönnen sich Silbermond eine Pause und reflektieren was mit ihnen passiert ist. Jetzt gilt es noch mehr als sonst ein Album für sich selbst zu machen. Eines, das höchsten Ansprüchen – nämlich vor allem den eigenen - genügt. Indem Steff, Johannes, Thomas und Nowi sich auf ihre Stärken konzentrieren, einfach Musik machen und sich soviel Zeit nehmen wie sie brauchen, befreien sie sich vom Druck der Erwartungshaltungen und Erfolgsquoten. 2008 entsteht in 6 Monaten "Nichts passiert" - ein Album, das für die Band vor allem Freiheit bedeutet. Unbeschwert experimentieren sie mit Beats und Genres; laden sich Künstler ein, die ihnen etwas bedeuten und sind am Ende richtig stolz auf 14 Songs, die sich trauen die Wahrheit auszusprechen. Das es nämlich schlicht aber wahrhaftig ist,

wenn man sich wünscht, dass auf Worte Taten folgen und perfekte Momente für immer bleiben. Das es schrecklich und gleichzeitig schön ist wenn "Nichts passiert".

» Jetzt gehen die Scheinwerfer an. Ich bin bereit. «

Keine Angst

Schon in "Irgendwas bleibt" wird die Grundhaltung des Albums deutlich: das Ideal etwas Bleibendes, Grundsätzliches zu schaffen, manifestiert sich in der Sehnsucht die Zeit anzuhalten und in Sicherheit zu sein. Offensichtlich ein Gefühl, das Silbermond mit vielen Menschen teilen - und erneut fertig bringen in Worte und Töne zu fassen, die verstanden werden. Diese erste Single aus "Nichts passiert" ist nicht einfach ein Song - sie ist ein kühnes Statement für eine Band, die 2009 auch erst Mitte 20 ist und ebenso gut den vermeintlich coolen Rausch der Geschwindigkeit abfeiern könnte.

» Verführt uns nicht, denn wir sind nicht blind. «

Nichts passiert

Den 4 Freunden wird im Proberaum und im Studio bewusster denn je, dass Freiheit den Mut voraussetzt loszulassen und aufzubrechen und so entstehen starke, persönliche Songs wie "Ich bereue nichts", "Keine Angst", "Weg für immer" und "Bist Du dabei". Lieder, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven davon erzählen wie das Überwinden von Angst Flügel verleihen kann. Fast zu vernünftig hätte das Album geklungen, hätten die 4 nicht auch ordentlich herumgesponnen. Auch wenn es dann am Ende nicht dazu gekommen ist, einen Besen im Hof als Shaker-Ersatz aufzunehmen, so zeugen "Alles Gute", "Tanz aus der Reihe", "Die Liebe lässt mich nicht" und "Nichts mehr" von gescheiterter Liebe und ganz normaler Wut, von rasender Euphorie und dem puren Schwelgen in allen möglichen musikalischen Ausdrucksweisen. Digitale Beats, ausgeräumte Genreschubladen und ein Buch von Paul Coelho – alles ist Inspiration, alles ist erlaubt.

» Und wenn dich jetzt nichts mehr hält, dann fällst du frei. «

Bist du dabei